|
![]() |
KindeswohlVor 25 Jahren: In Deutschland wird die 1. Babyklappe eingerichtet
08.04.2000: In Hamburg wird die erste sogenannte Babyklappe in Betrieb genommen. Der Hamburger Verein SterniPark will es damit Frauen in einer Notlage ermöglichen, ihr neugeborenes Kind anonym an einen sicheren Ort mit ärztlicher Versorgung zu bringen. Die Babyklappe besteht aus einem Wärmebett, in das der Säugling von draußen hineingelegt werden kann. Nach Ablauf einer elektronischen Zeitüberwachung, in der sich die einlegende Person entfernen kann, wird per stummen Alarm Fachpersonal herbeigerufen, das sich um das Findelkind kümmert. Bis Anfang 2020 werden in Hamburg 56 Kinder hineingelegt, 16 davon werden später von ihren Müttern wieder zurückgeholt. Nach dem Hamburger Vorbild entstehen bis Ende 2009 in Deutschland über 90 Babyklappen. * * * Unser Personenstandsgesetzes (PStG) schreibt jedoch vor, dass die Geburt eines Kindes innerhalb einer Woche unter Angabe des Namens der Mutter dem Standesamt gemeldet werden muss. Außerdem hat jedes Kind das Recht, seine wahre Herkunft zu erfahren. Und jeder, der an einer Entbindung irgendwie beteiligt ist, hat gegenüber dem Standesamt eine Anzeigepflicht. Wer also eine Babyklappe betreibt oder einer Frau bei einer anonymen Geburt beisteht, handelt rechtswidrig. Deshalb fordern politische Parteien seit langem, Babyklappen zu verbieten und vorhandene zu schließen. Sie würden einen Anreiz zur Kindesaussetzung darstellen. Wenn aber ein neugeborenes Kind tot aufgefunden wird, weil eine Mutter es in ihrer Hilflosigkeit nach der Entbindung irgendwo abgelegt hat, ist die öffentliche Empörung groß. Auch der Ethikrat des Deutschen Bundestages verwies auf die offiziellen Stellen der Kinder- und Jugendhilfe und der freien Träger sowie die Schwangerschaftskonflikt-Beratungsstellen und empfahl 2009, Babyklappen zu verbieten. Deren Betreiber verstehen ihr Angebot aber als Hilfe für diejenigen, die durch die regulären Hilfsangebote nicht erreicht werden. Eine Frau, die ein Kind ausgetragen hat, verdiene höchsten Respekt und mache sich die Entscheidung nicht leicht, sich von ihrem Kind zu trennen, sagt der Verein SterniPark in Hamburg. Anstatt Frauen zu verurteilen, sollten wir uns lieber fragen, warum solche illegalen Einrichtungen überhaupt nötig geworden sind! Kinder sind etwas Wunderbares! Es wird Zeit, dass wir die Freude über neues Leben wieder neu entdecken. Autor: Uwe Schütz Das Kalenderblatt am jeweiligen
Kalendertag über Twitter
|
|